Die Entstehung
Mit der Handelsplattform MachineStock.com reagierte der FDM (Fachverband des Deutschen Maschinen- und Werkzeug-Grosshandels e.V.) auf den Erfolg junger, hauptsächlich über das Internet agierender Unternehmen. Diese sogenannten Dotcoms stammen selbst nur zum Teil aus der Gebrauchtmaschinen-Szene, hatten den alteingesessenen Händlern über virtuelle Marktplätze und Portale in jüngster Zeit aber zunehmend die Kundschaft abgewebbt. Ende Oktober 2000 wurde die Firma LogoTech oHG, Werne, mit der Entwicklung eines Maschinenhandelssystems beauftragt.
Die Hauptbestandteile des Maschinen-Handels-System
- Internet-Marktplatz www.MachineStock.com
- MHS2000 (einer speziellen Warenwirtschaft für den Gebrauchtmaschinenhandel)
- Händlerinternen Gebrauchtmaschinen-Datenbank (FDM-Intranet)
Dass der FDM mit seinem Internet-Angebot zwar spät kam, aber grundsätzlich immer noch just in time auftritt, bestätigt durch eine Umfrage des Aachener Online-Marktforschers Dialego. Danach räumten drei Viertel der über 200 befragten E-Business-Entscheidern Branchen-Portalen mehr Chancen ein als Branchenungebundenen Lösungen der Dotcom-Firmen. Der GebrauchtmaschinenHandel - als Branche homogen gewachsen - biete insofern die langfristig besseren Voraussetzungen.
Auch vom Angebot an qualifizierten Kräften profitierten vor allem solche Unternehmen der Old Economy, die auf allen Ebenen ihre eigene Internet-Strategie aufbauen. So könne der Werkzeugmaschinenhandel guten Gewissens solche strategischen Stärken ausspielen wie seinen weltweiten Bekanntheitsgrad, seine starke Kundenbindung und Kenntnis der Märkte, eingespielte Logistik, Konzepte für Geschäfts- und Allianzpartner sowie hohes Vertrauen der Lieferanten und der Finanzwelt. "Wer eine gebrauchte Werkzeugmaschine kaufen will", erklärt Kames*, "wird unter machinestock.com ein breites Angebot finden, das Entscheidungen transparent macht."
Tatsächlich beschränkt sich die Funktion der FDM-Händler nicht mehr auf den Einkauf, die weltweite Vermarktung oder das Sach- und Fachwissen. Vielmehr bieten sie ein Servicepaket an aus Demontage, Transport, elektrischer, elektronischer und mechanischer Überprüfung, Revision und Retrofitting bis hin zur Präsentation unter Strom einschließlich Abnahmeprotokolle, Probebearbeitungen und Finanzdienstleistungen. Dass diese Pakete seriös gepackt sein müssen, liegt laut Kames* in der Natur der Sache: "Kaum jemand kauft eine 100 000-Mark-Maschine bloß anhand von Internet-Fotos." Im Gegensatz zu weniger komplexen Produkten seien die Beratung und Vertrauen beim Kauf einer Werkzeugmaschine die Grundvoraussetzung.
* Wilfried Kames,† 6.3.2004, langjähriges Präsidiumsmitglied des Fachverbandes des Deutschen Maschinen- und Werkzeug-Großhandels und Vorsitzender der Fachgruppe Gebrauchtmaschinen.
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